Nominierte Seniorenbegleiter erhalten die Ehrenamtscard

Thüringer Allgemeine / 06.12.17

Verleihung der Thüringer Ehrenamtscard. Im Bild hinten von links: Peter Zerbst, Thomas Weise, Thomas Seyfarth, Manfred Ponier, Norbert Seidel; vorn von links: Bürgermeister Peter Kleine, Karin Schulze, Beate Weber-Kehr, Oberbürgermeister Stefan Wolf, Claudia Dargel und Silke Meinhardt. Foto: Maik Schuck

Im Einsatz für das Gemeinwohl

Der Oberbürgermeister hat gestern Abend zehn ehrenamtlich engagierte Weimarer mit der Thüringer Ehrenamtscard ausgezeichnet

Weimar. Zehn Weimarern ist gestern Abend im Gewölbekeller der Stadtbibliothek die Thüringer Ehrenamtscard verliehen worden. Oberbürgermeister Stefan Wolf hob in seinen Laudationes die Leistungen der vier Frauen und sechs Männer hervor (wir zitieren Auszüge):

Karin Schulze hat gleich mehrere Ehrenämter: Eines für den Sport und eines für die Städtepartnerschaft. Sie arbeitet seit 2009 aktiv bei den Weimarer Bowlingfüchsen als Schatzmeisterin. Zu ihren Aufgaben gehört die komplette Erledigung der Buchhaltung. Seit 2016 ist sie auch stellvertretene Vorsitzende des Vereins und seit 2014 Stadtsportwart der Sektion Bowling beim Kreiskegelverein. Überdies arbeitet Karin Schulze seit 2006 aktiv bei der Trier-Gesellschaft Weimar als Schatzmeisterin. Zu ihren Aufgaben gehört auch dort die komplette Abwicklung der Buchhaltung.

Matthias Gothe ist Gründungsmitglied des Vereins „Vielfalt leben – QueerWeg“ und im Vereinsvorstand. Seit 2013 engagiert er sich bei der Aids-Hilfe Weimar und Ostthüringen, seit 2016 als Vorstandsmitglied. Er ist Mitinitiator des Idahobit-Festivals zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie in Jena und Weimar sowie Mitorganisator des Christopher-Street-Days in Weimar. Er engagiert sich außerordentlich bei der Erarbeitung des Thüringer Landesprogramms für Akzeptanz und Vielfalt. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von HIV und sexuell übertragbaren Infektionen.

Norbert Seidel gehört seit 2012 dem Ortsverband Weimar des Deutschen Schwerhörigenbundes an und ist seit 2014 stellvertretender Vorsitzender. Seitdem profitiert der Verein von seinem tatkräftigen Einsatz. Er organisiert Mitgliederveranstaltungen und -ausflüge, vertritt den Ortsverein in der Kreisgruppe der Parität. Er bringt sich aktiv in die anfallenden Aufgaben – etwa Einkäufe, Mitgliedertransfer und handwerkliche Kleinarbeiten – ein. Darüber hinaus ist er in der Selbsthilfe für hörgeschädigte Menschen engagiert.

Claudia Dargel setzt sich seit fünf Jahren für alleinlebende alte Menschen in Weimar ein. Auch außerhalb des Projektes unterstützt sie diese in ihrem Alltag. Im Projekt „Weimars Gute Nachbarn“ betreut sie mehrere Seniorinnen und verbringt ihre Freizeit mit ihnen. Sie bereichert den Verein immer wieder mit viel Enthusiasmus bei Aktionen, so etwa beim Spendensammeln.

Auch Peter Zerbst engagiert sich seit 2012 bei „Weimars Gute Nachbarn“. Er ist Seniorenbegleiter und steht den Projektkoordinatorinnen mit Rat und Tat zur Verfügung. Er engagiert sich im Handwerkerchor, in der Kirchgemeinde oder repariert schon mal ein Dutzend Schreibmaschinen für die Äthiopienhilfe.

Manfred Ponier arbeitet seit November 2012 im Projekt „Weimars Gute Nachbarn“. Die Senioren, die er in seiner Freizeit begleitet, mit denen er redet und die kleinen Dinge des Alltags erledigt, sind gewiss nicht immer einfach – doch er verbreitet Zuversicht, muntert auf, ist aufgeschlossen. Er bringt sich unermüdlich ins Projekt mit ein.

Gegen die Einsamkeit im Alter hat auch Silke Meinhardt mit ihrem Einsatz ein Rezept. Sie arbeitet seit der Gründung des Projektes „Weimars Gute Nachbarn“ tatkräftig mit und begleitet allein lebende ältere Menschen. Sie unterstützt sie auch in schwierigen Lebenslagen. Dafür braucht man nicht nur Geduld und Ausdauer, sondern vor allem auch Einfühlungsvermögen und Herzblut, insbesondere dann, wenn einzelne Schicksale nah an einen herankommen.

Thomas Seyfarth ist seit 1992 in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Weimar-Ehringsdorf aktiv. Er qualifizierte sich zum Maschinisten und Gruppenführer und geht im nächsten Jahr die Ausbildung zum Zugführer an. Seit Jahren trainiert er die „Löschangriffabteilung“ der Wehr, wobei sein überdurchschnittliches Engagement in dieser Disziplin des Feuerwehrsports zahlreiche Stadtmeistertitel und achtbare Plätze bei Thüringer Wettbewerben einbrachte. Bei der Restaurierung historischer Feuerwehrtechnik setzt er seine handwerklichen Fähigkeiten als Kfz-Meister ein.

Thomas Weise ist seit 1991 in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Weimar-Mitte aktiv, seit 1999 Gruppenführer und hat sich in der ABC-Gefahrenabwehr qualifiziert. Er hat 2004 die Ausbildung zum Zugführer absolviert und ist Maschinist für Lösch- und Drehleiterfahrzeuge. Bei den Einsätzen der Feuerwehr Weimar ist er regelmäßig als Einheitsführer, Maschinist oder Einsatzkraft präsent. Er hat mehrere Jahre die Ausbildung der Jugendfeuerwehr Weimar-Mitte geleitet und unterstützt aktiv die Jugendarbeit. Thomas Weise engagiert sich im Stadtfeuerwehrverband in der Vorstandsarbeit und bei vielen Veranstaltungen in Weimar.

Beate Weber-Kehr ist seit dem Flüchtlingszustrom aktiv in der Ausgabe der Kleider und Spenden involviert. Sie hat eine Struktur aufgebaut, die es ermöglicht hat, die Kleiderausgabe in der Nordstraße systematisch zu verbessern. Sie musste unermüdlich gegen viele Barrieren und Probleme ankämpfen, auf die sie in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit stieß. Sie akquiriert neue Helfer und leitet diese an. Sie beschafft neue Materialien und verwaltet die Finanzen. Beate Weber-Kehr ist Gründerin der Tafel in Blankenhain und Mitglied im Bundesvorstand der Deutschen Tafel. Sie überzeugt täglich mit viel Stärke, Durchsetzungsvermögen und Ideenreichtum und trägt zur Solidaritätsgemeinschaft in Weimar bei.