Internationaler Tag der älteren Menschen

Zum heutigen internationalern Tag der älteren Menschen möchten wir ein wenig über das Thema Alter sinnieren.

Zunächst können wir uns dazu gratulieren, dass wir so alt geworden sind, wie wir gerade sind. Herzlichen Glückwunsch! Doch wir merken sogleich, dass Alter doch auch relativ ist. Wir altern ab dem Tag unserer Geburt.

Mit der Corona-Krise, dem Lockdown und der Benennung gefährdeter Personenkreise bekamen betagtere Personen plötzlich ein Stigma aufgedrückt, das bisher für sie gar nicht so relevant war. Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortlichkeit wurden mit diensteifriger Hilfsbereitschaft überschüttet. Der routinemäßige Gang zum Supermarkt wurde argwöhnisch beobachtet. Noch schlimmer erging es den Menschen in Wohn- und Pflegeheimen: über Wochen wurden die Bewohner von der Außenwelt abgeschottet. Plötzlich musste den Alten Mut gemacht werden!

Warum? Weil sie das Alter haben.

Wir haben die Wortherkunft im Wiktionary nachgelesen. Zusammengefasst finden wir in der Sprachentwicklung für das Wort alt Bedeutungen, wie gelebt, Lebenszeit, wachsen, nähren, erwachsen groß geworden.

Und das wirft ein so ganz anderes Bild auf ältere Menschen. Denn sie haben in ihrer Lebenszeit Erfahrungen gesammelt, ihren Geist genährt und damit einen inneren Schatz angesammelt, der mit sehr viel mehr Respekt betrachtet werden sollte. Altern ist in Wirklichkeit ein ständiges Wachstum.

Betty Friedan schreibt in ihrem Buch "Mythos Alter":
„Nichts ist programmiert, es kommt darauf an, was wir tun oder lassen — und was die Gesellschaft uns tun lässt.“

Seniorenbegleiter*in im Projekt Weimars Gute Nachbarn in diesem Sinne auch immer gesellschaftliches Engagement für ein zugewandtes Miteinander.